Zeitungsartikel von Roberta Di Paolo

1982 wird der zeitgenössische Maler, Graffiti Writer und Tatoo Künstler Alessandro Siviglia in Salerno, Italien geboren. Er wächst in einem sehr schönen, aber auch sehr schwierigen Stadtteil auf, wo er zeitig lernt seinen eigenen Weg zu gehen. Freundschaften haben in seinem Leben immer schon ein sehr wichtige Rolle gespielt, so war es auch einer seiner Schulfreunde, der ihn für die Hip-Hop Kultur begeistert hat und mit dem er gemeinsam im Alter von 12 Jahren seine ersten Graffitis malte.

Alessandro, der sehr eng an seine Heimatstadt gebunden ist, manifestiert seine künstlerische Leidenschaft anfangs hauptsächlich in Graffitis, mit denen er seine Gedanken und Ideen am besten ausdrücken kann. Durch seinen unglaublich schnellen Malstil und die intensiven, lebendigen Farben kreiert er Meisterwerke entlang den Mauern verschiedener Städte als gäbe es eine virtuelle Verbindung zwischen ihnen. Seine oft sehr phantasievollen Darstellungen rekonstruieren die bedeutensten Aspekte in seinem Leben auf der ständigen Suche nach neuen Formen. Sein Ziel ist es über die Technikstudien hinaus, jenseits der Regeln, originelle Kunstwerke zu schaffen. Dieser Künstler liebt riesige Oberfächen auf denen er seiner Leidenschaft freien Lauf lassen kann, imposante Gestalten kreieren und dem Betrachter Raum geben kann seiner Fantasie zu folgen.

“Ich bin auf der Strasse aufgewachsen und dort habe ich auch gemalt – auf der Strasse. Ich habe immer das Bedürfnis gehabt auf großen Flächen zu malen, deshalb habe ich Mauern und Wände bevorzugt.”

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Viele Jahre lang hat er als Graffiti Künstler hauptsächlich stilisiertes Lettering betrieben, aber auch damals schon hat er hin und wieder abstrakte Figuren gemalt gefolgt von immer figurativerer Streetart, ohne dabei zu sehr über Maltechniken nachzudenken, sondern seiner Fantasie Raum zu geben. Seine Hände, frei und unvoreingenommen, sind in der Lage auszudrücken, was er denkt und fühlt. Sie stellen oft symbolische Motive oder auch Menschen, die ihm viel bedeuten dar und übermitteln damit starke Gefühle. Er reflektiert und malt – am Rande der Realität, groteske Charaktere und bizarre Wesen, um dem Betrachter zu helfen, die auf den unterschiedlichen Interpretationsebenen versteckten Botschaften zu finden und zu verstehen, was auf den ersten Blick oft nicht zu erkennen ist.

Im Alter von 19 Jahren verlässt Alessandro Salerno und beginnt umher zu reisen, immer auf der Suche nach neuen Inspirationen und fängt dabei die Schönheit der unterschiedlichen Kulturen ein.

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Während seiner Zeit in Venedig schätzt und studiert er die lokalen Künstler, von denen er in der wunderschönen Lagunenstadt umgeben ist. Dort fängt er an zum ersten Mal auf Leinwand zu malen und lernt seinen Hang zu Größe auch im kleineren Rahmen auszudrücken: er schmeisst regelrecht die Linien auf die weisse Oberfläche und füllt sie anschließend mit intensiven Farbkontrasten. Er schafft es damit seinen unvergleichlichen Malstil auf die Leinwand zu transferieren. Die Werke dieses Künstlers erzeugen zweifellos, egal ob auf Leinwand oder Strassenmauer, einen starken Eindruck auf den Betrachter. Sie übertragen die Freude und Leidenschaft des Künsterls, seinen Drang nach Leben, und den Willen Hindernissen zu begegnen und sie zu beseitigen, all seine Gefühle teilend ermöglicht er so seinem Gegenüber diese Emotionen selbst zu leben.

Ein weiterer wichtiger Abschnitt seines Lebens beginnt mit seinem Umzug nach Valenzia, Spanien im Alter von 23 Jahren. Er lebt dort insgesamt 2 Jahre. Valenzia ist natürlich voll von großartigen Beispielen künstlerischer Excellence die ihn inspirieren: seine Werke, deren undefinierte Linien neue Formen bilden, erinnern auf den ersten Blick ganz besonders an Picasso. Seinen eigenen Stil immer mehr ausbauend experimentiert er mit verschiedenen Sprachen und kreiert dabei eine fast symphonische Harmonie zwischen Kunst und Alltagserfahrungen.

Indem er Pop Art und Kubismus kombiniert entwickelt er zwar im Laufe der Jahre seine Art des Malens kontinuierlich weiter und doch erkennt man seinen Stil nach wie vor sofort.

Seit mehr als drei Jahren lebt und arbeitet der Künstler nun in Rom – der ewigen Stadt, ein Ort unendlicher Stimuli und Inspiration.

Siviglia schafft moderne Kunstwerke in seinem einzigartigen Stil, der oft Passagen seiner Vergangenheit widerspiegelt und damit seine Herkunft betont. In den letzten Jahren, durch einen Mix verschiedener Genre und Ausdrucksweisen malt er vorzugsweise figurativ abstrakte Bilder, königliche Charaktäre und häufig bizarr oder grotesk wirkende stilisierte Figuren und Tiere, surreale Szenen, sich dynamisch bewegende Subjekte wie übermütige Pferde, posierende Katzen, fliegende Vögel oder Frauen, die einfach eine Tasse dampfenden Kaffee trinken. Die gemalten Motive stellen den ganz normalen Alltag in einer Traumwelt dar, deren fantastische Farben einen Wirbel der unterschiedlichsten Emotionen erzeugen.

Farben, Emotionen, Leidenschaft: das sind die Schlüsselkonzepte um Siviglia’s Kunst zu verstehen.

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Zitat: «Ich probiere immer neue Weisen des Malens aus, nichts ist präzise, nicht einmal eine “gerade” Linie, ich habe die Freiheit grobe ungenaue Linien zu malen oder auch einfach alles zu übermalen und von vorn zu beginnen.» Denn er muss in seiner Kunst frei sein. Alles was ihn dazu bringt über das Leben und den Tod zu reflektieren, über die Liebe und die Gleichgültigkeit, über all die Leidenschaften die ihn umgeben, all das versucht der Künstler zusammen mit seinen eigenen Gefühlen auf die Leinwand zu bringen.   

Durch Picasso inspiriert benutzt er aber auch oft den Urkontrast von Schwaz und Weiß, was seinen Bildern einen dramatischen Effekt verleiht.

 

“Riflessioni” – Reflexionen, (2017) ist eins seiner neuesten Kreationen, in der er den straken Kontrast von Schwarz und Weiß benutzt. Er hat hier nur eine einzige Farbe hinzugefügt, ROT, rot wie Blut, wie der Tod aber auch wie Leidenschaft und die Lust und Freude am Leben.

 

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Alessandro Siviglia lebt für und durch seine Kunst. «Du musst leidenschaftlich sein bei dem was du tust, du musst bereit sein Opfer zu bringen, Stunden damit zubringen verschiedene Techniken zu studieren und zu üben, zu experimentieren und zu malen malen malen.».

Roberta Di Paolo